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… und Baby wälzt sich im Grab
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KINO | Eine Fortsetzung, die eigentlich gar keine Fortsetzung sein soll: Aufgehängt an der TV-Kultserie "Kir Royal" ist Helmut Dietls Zettl nur mehr ein müder Abklatsch
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Die deutsche Medienlandschaft ist begeistert. Von sich selbst sowieso, zuletzt aber auch von Regisseur Helmut Dietl und seinem neuen Film "Zettl". Neben George Clooneys "The Descendants" und der französischen Stummfilm-Hommage "The Artist" ist Dietl momentan der Feuilletonisten liebstes Kind. Denn von den öffentlich-rechtlichen "Tagesthemen" über das regionale "Hamburger Abendblatt" bis zu "Mobil" (dem Kundenmagazin der Deutschen Bahn) sind alle gleichermaßen trunken von der Ehre, zu einer persönlichen Audienz beim sonst so interviewscheuen Filmemacher geladen zu werden.
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 Zettl beginnt seine Karriere als Chauffeur
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Die These von der Nicht-Fortsetzung
Dietl genießt, obwohl er in den letzten 20 Jahren nur vier Filme in die Kinos gebracht hat, den Ruf, einer der ganz Großen zu sein. Ohne Frage gehörten seine beißenden Satiren "Schtonk" (1992) und "Rossini" (1997) zu den besten deutschen Filmen der 1990er Jahre. Seine Miniserien "Monaco Franze – Der ewige Stenz" und "Kir Royal" haben Fernsehgeschichte geschrieben. Eben jenes "Kir Royal" ist nun auch der Anlass für den neu aufgeflammten Medienrummel. Dietls neuer Film "Zettl" soll die Fortsetzung der brillanten Story um den Klatschreporter Baby Schimmerlos sein. Und eben auch nicht. Da ist selbst Dietl nicht ganz klar in seiner Aussage.
Von dem Plan, "Kir Royal" weiterzuerzählen, war in den letzten Jahren immer wieder die Rede – und tatsächlich wurde das ursprüngliche Skript wohl mit der Absicht geschrieben, neben einem Kinofilm auch eine längere TV-Serien-Version zu produzieren. Anfänglich war daher selbst der letztlich unverzichtbare Schimmerlos-Darsteller Franz Xaver Kroetz interessiert. Doch nachdem zunächst die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten die Idee ablehnten und die Story sich immer weiter vom Original entfernte, stieg Kroetz aus. So bildet die satirische Betrachtung der Kungeleien zwischen Politik und Kultur-Schickeria á la "Kir Royal" nur mehr das Gerüst für "Zettl". Handlungsort ist nun die Regierungsstadt Berlin und die Medienlandschaft hat sich natürlich entsprechend des digitalen Zeitalters verändert. Vier Jahre habe Dietl für das Drehbuch in Berlin recherchiert und mit maßgeblichen Personen gesprochen, um dann gemeinsam mit Co-Autor Benjamin von Stuckrad-Barre – selbst ein vermeintlicher Insider des Hauptstadt-Geschehens (oder vielleicht auch eher ein Teil desselben) – zur Tat zu schreiten. Inhaltlich gibt es dabei wahrlich kaum Anknüpfungspunkte an das ebenso pointierte wie authentische "Kir Royal". Dass mit Schimmerlos-Freundin Mona (Senta Berger) und Paparazzi-Urgestein Herbie Fried (Dieter Hildebrandt) dennoch zwei "Kir Royal"-Charaktere eingebaut wurden, widerspricht allerdings ebenso der These von der Nicht-Fortsetzung wie der inhaltliche Bezug auf Babys Notizbuch, in dem noch immer die heißesten Storys zu finden sind. Wahrscheinlich aber waren diese erzählerischen Kunstgriffe für die Vermarktung des Films notwendig.
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Zettl
Kinostart: 02.02.12
Genre: Komödie
Laufzeit: 109 Min.
FSK: o.A.
Regie: Helmut Dietl
Darsteller: Michael Bully Herbig, Dieter Hildebrandt, Senta Berger, Ulrich Tukur, Karoline Herfurth, Hanns Zischler, Götz George, Sunnyi Melles
OT: Zettl (D 2012)
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Neustarts am 17.05.2012
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Neustarts am 24.05.2012
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