Der rote Antiheld schlägt wieder zu
Dennoch – oder gerade deshalb – bringt Regisseur Guillermo del Toro beinahe zärtliche Gefühle für seinen "Hellboy" zum Ausdruck. Denn als der Sohn des Teufels hat das rothäutige Muskelpaket in der Riege der Saubermann-Superhelden mit ihren hautengen Trikots und den kantigen Kinnpartien einen eher schweren Stand. Letztlich aber sind charismatische Antihelden die deutlich interessanteren Charaktere, was der ungebrochene Erfolg von Mike Mignolas Comic-Reihe und der ersten "Hellboy"-Verfilmung (2004) belegen. Nur zu gern würde Hellboy (Ron Perlman) mit einer Katze auf dem Bauch, einer Zigarre im Mundwinkel und einem Sixpack Bier in Reichweite gemeinsam mit seiner Freundin Liz (Selma Blair) gemütlich auf dem Sofa fernsehen. Doch als Vorkämpfer der B.U.A.P., der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen, ist ihm derlei Entspannung nur selten vergönnt. Stattdessen zwingt ihn das Schicksal, den Kampf gegen Prinz Nuada (Luke Goss) aufzunehmen, den Herrscher einer anarchischen Unterwelt. Denn dieser hat einseitig die Jahrhunderte währende Waffenruhe mit den Menschen aufgekündigt, um mit den Kreaturen der Finsternis die Macht über die ganze Welt zu übernehmen.